Der Gewerberiegel, Stereo
Der Gewerberiegel
Gallenweg 2, Pratteln
Bauherrschaft: Gewona Nord-West, Genossenschaft für Wohnen und Arbeiten
Architektur: Stereo, Zürich/Basel
Der Gewerberiegel in Pratteln, ein über Jahrzehnte gewachsener Baukörper entlang der Bahngleise, wird im Rahmen der Umnutzung der ehemaligen Coop-Verteilzentrale zu einem gemeinnützigen Quartier und architektonisch weiterentwickelt. Die Architekten verfolgen eine Strategie der minimalen Intervention mit dem Ziel, günstige, flexible Gewerbeflächen zu schaffen und gleichzeitig soziale, wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit zu verbinden.
Im Zentrum steht der bewusste Verzicht auf aufwendige Umbauten zugunsten einer Architektur des «Einfachen Bauens». Notwendige Eingriffe wie Erdbebenertüchtigung, energetische Sanierung, neue Erschliessung und Brandschutz werden funktional und sichtbar umgesetzt. Neue Bauteile sind klar lesbar, robust und fügen sich in den rohen Bestand ein, ohne diesen zu überformen. Die Gestaltung entsteht aus der Reduktion: Weniger umbauen bedeutet niedrigere Kosten, tiefere Mieten und weniger Umweltbelastung.
Ein weiteres zentrales Element ist der «Null-Kilometer-Reuse»: Bauteile werden vor Ort wiederverwendet – etwa Türen, Fenster, Fassadenteile – wodurch Transport- und Anpassungsaufwand minimiert wird. Diese ressourcenschonende Herangehensweise erfordert Improvisation und enge Zusammenarbeit mit den Ausführenden. Der Entwurfsprozess folgt keinem starren Plan, sondern entwickelt sich kontinuierlich im Dialog mit den Nutzer:innen und dem Bestand. Die Architektur wird so zum Ergebnis eines prozesshaften Lernens, das auf reale Nutzungserfahrungen reagiert statt auf theoretische Ideallösungen.