Mühle Ennenda, Atelier Lando Rossmaier

Mühle Ennenda
Ennenda GL
Bauherrschaft: Privat
Architektur: Atelier Lando Rossmaier, Ennenda

Am Dorfbach, lange unentdeckt unterhalb einer Villa, stand ein unscheinbares Haus, dessen ursprüngliche Gestalt kaum mehr erkennbar war. Schichten aus Trennwänden und Einbauten hatten die Räume verstellt, Spuren waren überdeckt und Proportionen verzerrt. Das Haus wurde ‚geköpft‘ – der Giebel fehlte. Die Architekt:innen begannen mit einer Punktwolke – und vor allem mit einem sorgsamen Rückbau. Schicht für Schicht traten Geschichte und Verletzungen zutage: abgetretene Böden, Ritzungen im Täfer, mit dem Beil arg zugesetzte Balken und Böden. Anstatt zu glätten, verstanden die Architekt:innen die Versehrtheit als Wert. Hans Döllgasts Haltung, Wunden nicht zu übertünchen, war ihr Vorbild.

Neue Einfügungen beschränkten sich auf Küche und Bad: grob verputzte, gemauerte Körper mit Betonplatten aus familiärer Produktion. Die Materialien stammen aus dem Tal – Kalk aus Netstal, Tanne und Lärche aus der Sägerei, roter Risi-Stein für Spül- und Waschbecken. Unten verzichteten sie auf Sperrschichten, liessen die allgegenwärtige Feuchtigkeit durch einen Kalkstampfboden entweichen und ergänzten Hanfkalkwände zur Regulierung. Oben öffneten sie Räume und holten Licht dafür aus dem Dach, eine Glasschiebefront schafft neue Weite und kontrastiert mit groben Natursteinwänden. (Fotos: Rasmus Nordlander)